Naturschutzstation Marienfelde
Naturschutzstation Marienfelde

Besondere Insekten in Marienfelde

Violetter Feuerfalter

Violetter Feuerfalter (Foto: Bernd Schulze)

Auf der Stilllegungsfläche am Schichauweg wurde im Juni ein Weibchen des Violetten Feuerfalters beobachtet. Dieser seltene Tagfalter entwickelt sich bevorzugt an Kleinem Sauerampfer, der auf der Fläche reichlich vorhanden ist. Der Violette Feuerfalter ist in Deutschland stark gefährdet.

Die Entwicklungspflanzen, von denen sich die Raupen ernähren, sind für das Vorkommen von Tagfalterarten wichtiger als die Blütenpflanzen, an denen die Falter Nektar saugen.

Dr. Karl-Hinrich Kielhorn

 

Der Link zur Art auf der Website des Orion Berlin.

Schwärmen für Schwärmer

Zwei Schwärmer innerhalb weniger Minuten am hellichten Tag nachzuweisen - da kommen auch erfahrene Entomologen ins Schwärmen!

Gefunden wurden Anfang Juni das Abendpfauenauge (Smerinthus ocellata) und das Taubenschwänzchen (Macroglossum stellatarum). Wenngleich beide Arten (noch) als ungefährdet gelten, ist das Vorkommen im Naturpark Marienfelde doch ein schöner Beleg für die erfolgreichen Bemühungen um die dortige Vielfalt.

Während viele der inzwischen dort nachgewiesenen Insektenarten unauffällig in Aussehen oder Verhalten sind, stellen das Abendpfauenauge und das Taubenschwänzchen regelrechte Hingucker dar. Das Abendpfauenauge muss man allerdings erst einmal finden! Es sitzt im Normalfall gut getarnt an Baumstämmen. Die namensgebenden Augenflecken befinden sich nur auf den relativ kleinen Hinterflügeln und werden einem Störer präsentiert, in der Hoffnung, dass dieser sich irritiert abwendet. Aktiv ist der Falter nachts und in der Dämmerung.

Dagegen fliegt das Taubenschwänzchen tagsüber und kann leicht beobachtet werden - wenn man mal von der Schnelligkeit der Tiere absieht. Ähnlich einem Kolibri stehen die Falter vor den Blüten und tauchen ihren sehr langen Rüssel zwecks Nektaraufnahme ein. Das Taubenschwänzchen war lange Zeit der Inbegriff eines Wanderfalters, der alljährlich in wechselnder Intensität im Sommer aus Südeuropa zu uns wanderte. Im Grunde tun die Falter das auch noch immer, doch mehren sich die Zeichen, dass die Tiere zunehmend eine Überwinterung in Deutschland schaffen. So auch in Marienfelde, wo eine Anfang Juni gefundene, verpuppungsreife Raupe eine entsprechende frühe Eiablage durch einen überwinternden Falter belegt.

Apropos Raupen: die des Abendpfauenauges benötigen v. a. Weiden-Arten, wobei schmalblättrige Arten bevorzugt werden. Gelegentlich werden auch Pappel-Arten oder andere Gehölze angenommen. Der Falter selber hat anders als das Taubenschwänzchen einen verkümmerten Rüssel und nimmt keine Nahrung zu sich. Entsprechend kurz fällt die Lebenszeit als Falter aus, die Männchen schaffen meist nur wenige Tage, die Weibchen etwas länger. Sämtliche Energie für Bewegung und Fortpflanzung stammt aus Reserven aus der Raupenzeit, die auch schon für die Metamorphose zum Falter genutzt wurden.

Das Taubenschwänzchen, das den ganzen Tag nur auf Nahrungssuche zu sein scheint, tankt regelmäßig zuckerreichen Nektar und ist deutlich langlebiger. Seine Raupen leben an verschiedenen Arten von Labkräutern.

Das wohlsortierte und geschickt geförderte Mosaik aus verschiedenen Vegetationstypen sorgt im Naturpark Marienfelde dafür, dass diese und viele andere Tier- und Pflanzenarten ein Auskommen finden.

 

Jens Esser

In Insektenfragen wird die Naturschutzstation Marienfelde unterstützt durch die Entomologische Gesellschaft Orion Berlin

Weitere Informationen zur in Kraft getretenen Notfallverordnung auf berlin.de

09.08.2020, 8 bis 10 Uhr

Vogelwelt im Landschaftspark Marienfelde

09.08.2020, 14 bis 15:30 Uhr

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